
Warum die Medienkomprimierung meine Art der Webseitenentwicklung verändert hat
Kennst du das, wenn man eine wunderschöne Website veröffentlicht, die aber ewig zum Laden braucht? Mir ist das schon öfter passiert, als ich zugeben möchte.
Als ich mit der Webentwicklung anfing, war ich von visueller Qualität besessen. Ich wollte, dass jedes Bild perfekt, jedes Videobild gestochen scharf ist. Das Problem? Meine Websites waren zwar schön, aber langsam. Sehr langsam.
Erst als ich einen wichtigen Kunden verlor, der sich darüber beschwerte, dass seine Website auf dem Handy über acht Sekunden zum Laden brauchte, wurde mir klar: Ich musste die wahre Funktionsweise von Komprimierung verstehen. Und nein, ich meine damit nicht einfach nur „Qualität reduzieren“. Ich meine intelligente Optimierung.
Was wirklich passiert, wenn Sie Ihre Dateien nicht komprimieren
Ich erzähle Ihnen eine wahre Geschichte. Letztes Jahr habe ich einen Online-Shop für Mode geprüft, der eine Absprungrate von 67 % hatte. 67 %! Die Leute waren sofort wieder weg.
Als ich mir den Quellcode ansah, fand ich Produktbilder, die jeweils 8 MB groß waren. Acht Megabyte! Für ein Foto, das auf dem Bildschirm nur 400 Pixel breit war. Das war, als würde man einen Brief mit einem LKW transportieren.

Moderne Formate verstehen (und warum das wichtig ist)
Jahrelang herrschte im Internet ein regelrechtes Liebesdreieck zwischen JPEG, PNG und GIF. Aber seien wir ehrlich: Diese Formate stammen aus den 90er-Jahren. Heute verfügen wir über deutlich bessere Technologie.

WebP: Der Liebling der Stunde
WebP wurde von Google entwickelt, und der Unterschied ist wirklich enorm. Ich konnte die Bildgrößen im Vergleich zu JPEG um 25–35 % reduzieren und dabei die gleiche Bildqualität beibehalten. Und das Beste daran? Es unterstützt Transparenz (endlich keine speicherintensiven PNGs mehr!) und sogar Animationen (endlich keine riesigen GIFs mehr!).
Realer Fall: Nachrichtenportal
Ich habe alle Vorschaubilder eines Nachrichtenportals von JPEG in WebP konvertiert. Ergebnis: Ich konnte das tägliche Datenvolumen von 4,2 GB auf 2,8 GB reduzieren. Das bedeutete eine deutliche Einsparung von Bandbreite und 40 % schnellere Ladezeiten. Die Nutzer bemerkten die Verbesserung, und auch Google verbesserte das organische Suchmaschinenranking der Website um 12 Plätze.
Bildoptimierungsfehler, die Ihre Website beeinträchtigen (und wie Sie sie beheben)
Nach der Prüfung hunderter Websites haben wir festgestellt, dass bestimmte Fehler bei der Bildoptimierung immer wieder auftreten. Diese Fehler sind ärgerlich, vor allem weil ihre Behebung relativ einfach ist, die Folgen ihrer Ignorierung jedoch enorm sind: langsamere Websites, eine schlechte Nutzererfahrung und Schäden am Suchmaschinenranking.
Hier sind die vier häufigsten Fehler, denen wir täglich begegnen, und – noch wichtiger – wie Sie diese ein für alle Mal vermeiden können.
1. Verwenden Sie PNG für alles
Der Fehler: Das PNG-Format eignet sich hervorragend für Logos, Icons und Grafiken mit transparentem Hintergrund. Die Verwendung für Produktfotos oder komplexe Bilder ist jedoch eine erhebliche Ressourcenverschwendung. Ein PNG-Foto kann um ein Vielfaches größer sein als eine vergleichbare JPEG- oder WebP-Version, ohne dass ein sichtbarer Qualitätsgewinn erzielt wird.
Die Lösung: Eine klare Formatrichtlinie einführen.
- PNG: Für Grafikelemente, die ausschließlich echte Transparenz erfordern.
- JPEG/WebP/AVIF: Für alle Fotos, Banner und komplexe Bilder. WebP und AVIF sollten bevorzugt werden, da sie eine bessere Komprimierung bieten.
2. Bildabmessungen nicht angeben.
Der Fehler: Bilder ohne die Attribute `width` und `height` im HTML-Code veröffentlichen. Dadurch weiß der Browser erst nach dem vollständigen Laden, wie viel Speicherplatz das Bild benötigt. Die Folge ist der gefürchtete Cumulative Layout Shift (CLS): Der Seiteninhalt springt beim Laden plötzlich, was Nutzer verärgert und die Website in Suchmaschinen abstraft.
Die Lösung: Definieren Sie die Abmessungen des Bildes immer im Code. Für responsive Layouts kombinieren Sie Breite und Höhe mit der CSS-Eigenschaft `aspect-ratio` oder verwenden Sie moderne Komponenten/Frameworks, die dieses Verhalten automatisch verwalten.
3. Ein 4K-Bild wird als 200-Pixel-Miniaturansicht bereitgestellt.
Der Fehler: Ein riesiges Bild (z. B. 4000 x 3000 Pixel, 8 MB) wird geladen und anschließend per CSS verkleinert, um es als Vorschaubild anzuzeigen. Der Browser muss diese riesige Datei herunterladen, um ein Bild anzuzeigen, das nur 50 KB groß sein könnte. Das ist ineffizient und extrem leistungshungrig.
Die Lösung: Mehrere Versionen des Bildes in verschiedenen Auflösungen erstellen. Mithilfe des HTML-Attributs `srcset` kann der Browser die für die Bildschirmgröße des Nutzers optimale Version auswählen. Idealerweise sollte ein Content Delivery Network (CDN) mit automatischer, bedarfsgesteuerter Größenanpassung implementiert werden.
4. Komprimieren, dekomprimieren und erneut komprimieren
Der Fehler: Ein unstrukturierter Workflow: Der Designer speichert ein JPEG mit 80 % Qualität, der Entwickler öffnet es erneut und speichert es mit 70 % zur „Optimierung“, und anschließend komprimiert ein Build-Tool es erneut. Jede erneute Komprimierung in einem verlustbehafteten Format (wie JPEG) verschlechtert die Qualität kumulativ, was zu pixeligen Bildern und visuellen Artefakten führt.
Die Lösung: Einen linearen Workflow etablieren:
- Arbeiten Sie mit Originaldateien höchster Qualität (RAW, PSD, verlustfreies PNG).
- Nehmen Sie die notwendigen Bearbeitungen und Änderungen an diesen Originalen vor.
- Komprimieren und einmalig in das Web exportieren, und zwar im gewünschten Endformat und in der gewünschten Größe.
Was ich nach dem Komprimieren von Tausenden von Dateien gelernt habe
Bei der Medienoptimierung geht es nicht um Qualitätseinbußen. Es geht um intelligentes Vorgehen. Es bedeutet zu verstehen, dass ein mobiler Nutzer mit instabilem 4G nicht dieselbe Auflösung benötigt wie ein Designer auf einem 5K iMac.
Jedes meiner Projekte durchläuft eine gründliche Optimierung. Und wissen Sie, was das Lustige ist? Kunden bemerken den „Qualitätsverlust“ kaum (weil er nicht sichtbar ist), aber sie loben IMMER die Geschwindigkeit der Website.
Performance ist kein Luxus. Sie ist die Grundlage für ein modernes Web-Erlebnis. Und intelligente Komprimierung ist das einfachste und wirkungsvollste Werkzeug, das Ihnen zur Verfügung steht.
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